Interview mit Michaela Möller, EDEKA Center Jens Friedebold, Strausberg

Warum haben Sie bei dem Wettbewerb um den Titel „Deutschlands bestes Presseregal“ mitgemacht?

Wir haben nun das zweite Jahr in Folge an dem Wettbewerb teilgenommen. Beim ersten Anlauf hat es noch nicht ganz geklappt. Wir haben aber die Verbesserungsansätze, die sich aus der ersten Runde ergeben haben, im Folgejahr aufgegriffen und umgesetzt. Und dann haben wir den Wettbewerb gewonnen.

Haben Sie auch einen Umbau in Ihrem Geschäft vorgenommen?

Wir haben im Bereich des Pressesortiments umgebaut, um zum Beispiel die Laufrichtung der Kunden zu optimieren, attraktive Zeitschriftengattungen in den Vordergrund zu rücken und die Beschriftung an den Regalen so zu vergrößern, dass sich der Kunde nun schnell zurechtfindet. Insbesondere wurde der Platz für die Kindermagazine ausgeweitet, so dass die Kinder nun einen eigenen Bereich haben. Gerade mit den vielen Extras bei diesen Zeitschriften hilft der zusätzliche Platz sehr für die Regalpflege. Die Kinder stöbern nun sehr gern in den Magazinen. Und sie sind unsere Kunden von morgen.

Was war Ihrer Meinung nach für den Erfolg des Konzeptes verantwortlich?

Für die Regalpflege ist ein Hintergrundwissen zu den Produkten sehr wichtig.  Es hilft zum Beispiel, sich an Segmentvorschlägen des Grossisten für die Eingruppierung zu orientieren, dann können auch Kollegen, die nicht so vertraut mit Zeitungen und Zeitschriften sind, das Regal in Vertretungszeiten gut pflegen. Hinzu kommt natürlich die intensive Auseinandersetzung mit den Umsatzzahlen, die für die entsprechende betriebswirtschaftliche Optimierung wichtig sind.

Welche Rolle spielt das Presse-Grosso für Sie?

Hier gehen wir mit unserem Presse-Grossisten Fritzenschaft & Partner und speziell mit der Außendienstmitarbeiterin Monika Büttner mindestens quartalsweise die Zahlen sehr intensiv durch. Auch die Menge an Frühremissionen und Spätremissionen betrachten wir sehr genau, denn jedes zu früh zurückgeschickte Exemplar hätte uns ja noch Umsatz bringen können.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Zweit- und Sonderplatzierungen?

Diese Möglichkeiten nutzen wir sehr intensiv an vielen verschiedenen Stellen im Markt. Zum Beispiel werden gerade im Gemüsebereich bei den Gurken oder der Beeren-Truhe die geeigneten Magazine mit Rezepten zum Einlegen und Einkochen platziert, an der Fischtheke finden sich spezielle Angelmagazine. Und zum amerikanischen Superbowl im Februar hatten wir eine Verbundplatzierung mit Lebensmitteln wie Hotdogs und Chips und Magazinen zu American Football. Die hätten wir normal im Zeitschriftenregal nicht gut verkaufen können, aber so hat es gut funktioniert. Wichtig ist dabei übrigens auch, dass es hochwertige Aufsteller für Zweitplatzierungen gibt.

Welche Mengen- und Umsatzentwicklungen konnten Sie erreichen?

Wir haben im Quartalsvergleich rund 10 Prozent mehr Umsatz als vor dem Umbau des Pressesortiments. Und wir konnten den Anteil an Früh- und Spätremissionen deutlich senken, hier liegen wir jetzt auch deutlich unter vergleichbaren Geschäften, wie wir von unserem Grossisten wissen.

Welchen Rat können Sie anderen Kollegen geben?

Man muss mit dem Herzen bei der Zeitungs- und Zeitschriftenabteilung sein, sonst nützen auch die schönsten Regale nichts. Spaß am Sortiment und Hintergrundwissen sind das A&O. Denn die Regalpflege muss mit viel Engagement betrieben werden. Zudem sollte man sich gut im Sortiment auskennen, damit man Kundenfragen angemessen beantworten kann. Und ich kann auch nur empfehlen, attraktive Zweitplatzierungen einzufügen, sofern das vom Platz her möglich ist.

Was begeistert Ihre Mitarbeiter am Presseregal?

Ein wichtiger Faktor dafür ist die Weitergabe von Wissen. So werden Informationen aus den intensiven Gesprächen, die ich mit dem Presse-Grossisten führe, auch an das Team weitergegeben. Daher kennen die Mitarbeiter dann die Zahlen und Erfolgsmeldungen. Und das motiviert dann für die tägliche, intensive Arbeit am Presseregal.

Was schätzen Sie persönlich am Pressesortiment?

Wir sind insgesamt ein sehr gut aufgestellter Markt und die Presseartikel stehen bei uns direkt neben dem Obst und Gemüse. Und es ist dann schon mein Ehrgeiz, dass die Zeitschriften und Zeitungen genauso so schön präsentiert sind wie das Frischesortiment. Das soll ein Hingucker für alle Kunden sein, die den Markt betreten.