„Welche Vorteile bringt ein Presse-Shop außerhalb der Kassenzone?“ – Interview mit Herrn Sven Stiegler,  EDEKA Stiegler, Mutterstadt, Gewinner in der Kategorie „SB-Warenhaus klein“ bei „Deutschlands bestes Presseregal“.

Warum haben Sie bei dem Wettbewerb um den Titel „Deutschlands bestes Presse-Regal“ mitgemacht?

Einfach, weil wir einen schönen Presseshop gebaut haben. Da haben wir gedacht: O.K., wir probieren es und bewerben uns. Wir haben schon bei vielen Wettbewerben in Deutschland teilgenommen, auch schon einige gewonnen – und diesen Preis hatten wir vorher noch nicht gewonnen.

Haben Sie auch einen Umbau in Ihrem Geschäft vorgenommen?

Unsere Filiale in Mutterstadt, mit der wir gewonnen haben, haben wir komplett neu gebaut. Dort haben wir erst im November 2024 eröffnet.

Was war Ihrer Meinung nach für den Erfolg des Konzeptes verantwortlich?

Normalerweise haben wir immer alles direkt in der Marktfläche untergebracht. Aber bei diesem Markt haben wir erstmals einen Shop außerhalb der Kassenzone eingerichtet – und der läuft richtig gut. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Wir haben eine große Auswahl an Zeitschriften und auch viele Fachzeitschriften – trotz der vorhandenen Online-Konkurrenz. Und wenn ein Kunde nach einer speziellen Fachzeitschrift sucht, fragen wir diese beim Großhändler an und besorgen sie. Wir haben den Shop auch ein bisschen auf Pfälzisch gestaltet, zum Beispiel mit Regalbeschriftungen im Dialekt wie „Ebbes zum Lese“.

Welche Rolle spielt die Beratung des Außendienstmitarbeiters beim Pressegrosso für Sie?

Wir sind immer wieder froh, wenn wir Unterstützung durch den Außendienst erhalten. Bei der riesigen Menge an Zeitschriften geht schon mal was unter – z. B. Remittenden. Der Außendienst macht uns auch auf neue Hefte und neue Trends aufmerksam. Wir würden nicht darauf verzichten wollen und fühlen uns sehr gut betreut.

Welche Erfahrung haben Sie mit Zweit- und Sonderplatzierungen?

Wir haben ein System, bei dem wir zusätzliche Zeitschriften und Tageszeitungen führen, sowohl im Presse-Shop als auch auf der Marktfläche. Auf beiden Flächen läuft das sehr gut. Wir machen auch gezielte Zweitplatzierungen direkt an der Kasse: Zeitungen und besondere Zeitschriften liegen dann nicht nur im Regal, sondern zusätzlich an der Kasse, damit der Kunde beim Bezahlen darauf aufmerksam wird. Das sorgt für einen guten Abverkauf.

Welchen Rat können Sie anderen Kollegen geben?

Man sollte trotz der zunehmenden Digitalisierung Presse nicht vernachlässigen. Es gibt immer noch genug Menschen, die etwas in der Hand haben wollen – Papier, etwas zum Umblättern. Das Regal sollte gut sortiert und übersichtlich sein, und die neuesten Zeitschriften müssen vorhanden sein.

Was begeistert Ihre Mitarbeiter am Presseregal?

Wir haben mehrere Mitarbeiter, die im Shop arbeiten und echte Leseratten sind. Das hilft, denn man sollte sich mit Zeitschriften und Magazinen identifizieren können und Spaß am Verkauf sowie an der Beratung haben. Der Presse-Shop ist ein bisschen wie ein kleiner Tante-Emma-Laden: Die Beziehung zu den Kunden ist eng, man kennt sich. Für Stammkunden legen wir neue Zeitschriften zurück und informieren sie, sobald etwas eingetroffen ist. Dieser persönliche Kontakt zum Kunden ist sehr wichtig.

Was schätzen Sie persönlich am Pressesortiment? Welche Rolle spielt das Pressesortiment in Ihrem Markt?

Es spielt eine große Rolle: Zeitschriften und Tageszeitungen sind Medien, über die man sich informiert– auch regional. Das Regal wird bei uns wertgeschätzt, und wir brauchen es. Unser Sortiment ist ganzheitlich: Kunden suchen bei uns nicht nur Lebensmittel, sondern auch ihr TV-Programm für abends, die Tageszeitung oder ein Kreuzworträtsel.

Hat sich bei Ihren Kunden das Kaufverhalten für Presseprodukte in den letzten Jahren verändert?

Ja, durch die Digitalisierung hat sich das Kaufverhalten verändert. Die ältere Generation kauft weiterhin viele Presseprodukte, auch Kinder holen viele Kinderzeitschriften. Aber so das mittlere Alterssegment kommt seltener – vieles läuft online. Ich hoffe, dass man trotzdem zur Zeitschrift greift und nicht alles online wird. Im Internet ist alles schneller: Tageszeitungen kann man abends vorher schon lesen, bevor sie gedruckt im Briefkasten liegen. Ich selbst schlage morgens mit 42 Jahren noch die Tageszeitung auf und lese.

Fotos©Rundschau für den Lebensmittelhandel